Sneakers von Luxuslabels – wie Feuer und Wasser

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Wann sind eigentlich die Designer hinter den Luxuslabels auf die Idee gekommen, sportliche Sneakers in ihr Sortiment aufzunehmen? Sind klassische Sneakers, wie wir sie kennen und lieben nicht etwas, das – neben ihrer Relevanz für den Sportsektor – „von der Straße“ kommt? Gehören sie nicht zu den Kleidungsstücken, die die Leute aus den Szenevierteln, aus der Mittel- und Unterschicht großmachen? Wie passt es zusammen, dass luxuriöse Marken Schuhe veröffentlichen, die sich in puncto Qualität und Style eindeutig  an Adidas, Nike, Converse und co orientieren, aber dafür horrende Preise von bis zu über 1000 Euro verlangen? Ein Plädoyer für die Sneakers der „Normalo“-Marken.

Als vor etwa 30, 40 Jahren sportliche weiße Sneakers, wie wir sie heute kennen, aufkamen, da waren Luxuslabels mit ihrem Sortiment auf eine ganz bestimmte Zielgruppe zugeschnitten. Doch selbst unter dieser Zielgruppe trug man zur sportlichen Betätigung Schuhe, die von den Herstellern und Marken kamen, die in diesem Segment beheimatet sind – Nike, FILA, Adidas, Reebok und Co. Dies sind bis heute Unternehmen, die mit ihren Sneaker-Designs einen Look geprägt haben. Sicherlich, der Begriff „Sneaker“ ist heute breit gefächert und erfasst zu einem großen Teil auch Schuhe abseits des reinen Sportsektors. Hier soll aber der Begriff bewusst etwas enger gefasst werden, und meint Schuhe die (ursprünglich) auch tatsächlich zur sportlichen Betätigung Produziert wurden, darunter Klassiker wie die von uns vorgestellten Basketballschuhe Chuck Taylor All Stars von Converse, die Air Force Ones oder Laufschuhe wie die Air Max von Nike. Sie alle waren kleine Revolutionen, denn sie machten Sportschuhe so erfolgreich, dass sie ab einem bestimmten Punkt nicht nur einfach zum Sport getragen wurden, sondern so cool waren, dass man sie auch auf der Straße tragen konnte und damit Stil bewies.

Die großen Luxuslabels haben zu diesem Faktum nichts beigetragen. Sie produzieren Haute Couture oder Ready-to-Wear-Kleidung, die edel und schick ist und der man dies natürlich auch ansehen soll. Jeder kann sowohl vom Look als auch von der Qualität her einen Louis Vuitton Koffer von einem Eastpak unterscheiden. Doch wenn es darum geht, Sneakers zu produzieren, die beim Sport etwas taugen und gleichzeitig auf der Straße gut aussehen sollen, wildern Luxuslabels in Gebieten, in denen sie nicht wirklich etwas verloren haben. Natürlich gibt es daran pauschal wenig auszusetzen. Sportmarken versuchen sich schließlich auch ständig in Lounge- oder Alltagskleidung, beginnen verrückterweise damit, Jeans zu produzieren und ähnliches. Doch Edelmarken fügen dem Sneaker-Segment mit ihren Kreationen nichts Eigenes hinzu, sondern kopieren den Stil längst vorhandener Klassiker und treiben dabei die Preise künstlich in die Höhe.

So bezeichnet Gucci seine Chucks-Kopie als „Schnürstiefel mit Gucci-Webstreifen“. Sohle aus Kautschuk, Schuh aus Leinen. Ohne die Gucci-Streifen und die fehlenden Löcher an der Seite, wären diese Sneakers kaum von ihrem Vorbild zu unterscheiden. Außer beim Preis natürlich: der schwankt bei Chucks in der Regel zwischen 40 und 70 Euro, beträgt beim Gucci-Modell laut Online Shop aber stolze 325 Euro. Ebenfalls interessant: Die „Fastball Sneakerboots aus Jersey“ von Louis Vuitton. Auch sie sind im Design mehr als deutlich an den Chucks orientiert, selbstverständlich aber prangt statt des Chuck Taylor Logos ein dickes LV an der Seite. Die Sneakers aus feinstem Jersey kosten 440 Euro – stattlich für ein Converse-Imitat.

Macht es eine Kopie zu einer besseren Kopie, nur weil sie von einem Luxushersteller stammt? Status-Symbol-Verehrer würden wahrscheinlich enthusiastisch „ja“ schreien. Doch wer sich mal eine Minute darüber Gedanken macht, der weiß, dass es aus einem bestehenden Produkt nichts Besseres macht, wenn man es imitiert und das Zehnfache des Preises verlangt. Es ist im Prinzip wie eine Kopie aus Fernost, nur teurer. Und wenn dabei jetzt schon Luxuslabels mitmischen, dann Halleluja. Immerhin, das muss man zugeben, schaffen sie es hin und wieder,  gute, eigene Sneakers zu konzipieren. Dass uns dazu aber gerade nur ein einziges Beispiel einfällt, – die „Louis Vuitton Don’s“ nämlich – spricht wohl für sich. Darum: liebe Luxuslabels, gebt die Sneakers-Produktion wieder gänzlich zurück an die Firmen, die auch etwas davon verstehen. Danke!

Den Louis Vuitton Fastball Sneaker findest du hier.

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