Sneaker der Zukunft – der Christian Louboutin „No Limit“

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Vor kurzem haben wir eine Diskussion zum Thema Future Sneakers angestoßen und euch einige Exemplare gezeigt, die mit ihrem ungewöhnlich futuristischem Design sicherlich außerhalb des Horizonts des durchschnittlichen Sneaker-Freundes liegen. Doch wer bitte will schon Durchschnitt sein? Die Suche nach Sneakers, welche bei den Ahnungslosen nicht gut ankommen, weil sie sich jenseits des „Ich geh lieber auf Nummer Sicher“-Klassikermodell-Bereichs befinden, treibt zuweilen seltsame Blüten. Dies ging so weit, dass einige – offenkundig verrückte – Sneakerheads damit begannen, sich nicht erwerbbare Schuhe aus Spielfilmen wie „Zurück in die Zukunft“ einfach nachbauen zu lassen (wir berichteten).

Modedesigner haben dieses Verlangen nach immer exotischeren, abgedrehten und unkonventionell aussehenden Schuhen längst erkannt und dies in ihrer Arbeit auch berücksichtigt. An vorderster Front sind da natürlich Designer des oberen Preissegments zu nennen, die davon ausgehen können, dass ihre Kundschaft auch das nötige Kleingeld für Sneakers mit extravaganten Materialien und Details auf der hohen Kante hat. So zum Beispiel auch der Franzose Christian Louboutin.

In seiner Frühling/Sommer Kollektion 2012 brachte der Edeldesigner das Modell das Modell Christian Louboutin „No Limit“ auf den Markt. Wie bei vielen eher abseits des Standards designten Schuhen gingen hier die Meinungen sehr weit auseinander: der Harald Glööckler oder eher die Jennifer Lopez moderner Sneakers? – die Meinungen reichen von „abgrundtief hässlich“ bis „unfassbar geil“. Schlussendlich sind die in jedem Fall grenzwertigen Schuhe Geschmackssache.

Zu den harten Fakten: Der Schnitt des No Limit Men’s Flat orientiert sich in seinen Grundzügen an die klassischen Modellen der Converse All Stars. Er zeichnet sich durch eine relativ breite, weiße und schörkellose Sohle aus, ist mittelhoch und hat eine weiße Zehen-Spitze. Der Aufreger: an diesem Zehenbereich befinden sich zahlreiche kleine, goldene Stacheln – Spikes –, die Herzstück des kranken Designs des No Limits sind.

Für den Bereich um die Schlaufen der standardmäßig weißen Schnürsenkel wurde hellbraunes Leder, für die Schuhzunge Zebrafell (!) verwendet. Der in Rot gehaltene Bereich an der Seite der No Limits ist nahezu vollständig mit Strass-Steinen unterschiedlicher Größe bedeckt. Für die Ferse wurde offenbar Kork oder zumindest ein Kork-ähnliches Material verwendet. Die Nähte hingegen verlaufen hier entlang Türkis-schimmernder Ränder. Zieht man in Betracht, dass wir hier von der „Men‘s“ Version des Sneakers reden, ist das hier wohl ganz ohne jede Übertreibung als grenzwertige Angelegenheit zu bezeichnen. Ganz offensichtlich hält dies aber selbst die maskulinsten unter den Promis, wie zum Beispiel Gangsterrapper Pusha T vom Rap-Duo Clipse, nicht davon ab, Bilder des eigenen Paar No Limits auf Twitter zu posten. Anklang scheint der 1600 Dollar-Schuh also offenbar durchaus zu finden.

Eine weitere Version des No Limits verzichtete übrigens auf die großflächige Strass-Verzierung und setzt stattdessen auf eine Art Fell-Applikation im Leopardenstyle samt aufgenähtem Wappen. Wieder andere Modelle kommen vollständig mit Strass überzogen, verzichten aber dafür auf die Spikes. Das schon fast als unauffälligstes Modell zu bezeichnende kommt in „schlichten“ All-over Türkis-Stofflook daher und hält sich mit einer Schnalle über der Schuhzunge sowie zwei weiteren an der Ferse noch dezent zurück.

Im Prinzip ist jedoch jedes Männer-Modell dieser Sommerkollektion des französischen Ausnahmedesigners dermaßen fragwürdig, dass es wohl für Sneaker-Liebhaber keine andere Wahl geben wird, als sie zu lieben oder zu hassen.

Auf regulärem Weg sind die interessanten Schuhe übrigens nicht mehr zu haben. Die Louboutin-Webseite ist bereits auf die Herbst/Winterkollektion umgestellt. Vielleicht ist dies also der richtige Zeitpunkt, um die No Limits günstig aus zweiter Hand zu erwerben. Denn selbst wenn sie aus der letzten Kollektion stammen – wer weiß schon, ob man nicht in 10 Jahren sagen kann, man war einer der ersten, der einen Trend schon „damals“ erkannt hat? Möglich ist alles.

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