Kampf dem Einheitsbrei – für mehr Individualität an den Füßen

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Schöne Sneakers zu tragen, ist eine gute Sache. Aber man ist damit nicht allein auf der Welt. So ist das allgemein mit Mode. Wenn man nicht gerade ein paar Tausender auf der hohen Kante hat, um sich neuste Stücke aus den Haute Couture-Kollektionen der Designer zu leisten, muss man wohl oder übel damit rechnen, des Öfteren Menschen auf der Straße zu treffen, die die gleichen Shirts, die gleichen Jacken oder die gleichen Schuhe tragen – eine schreckliche Vorstellung für den Individualisten von heute. Schließlich möchte man mit seinem Stil so unique wie möglich sein. Wer zudem nicht gerade schneidertechnisch begabt ist, bekommt schnell ein Problem, wenn er seine Kleidung individuell pimpen will. Glücklicherweise gibt es mittlerweile einige Möglichkeiten, zumindest  seinen kostbaren Sneakers einen speziellen Touch zu verpassen. Sneakers „costumizen“, wie der Kenner es nennt.

Es gibt verschiedene Wege, seine Schuhe möglichst individuell gestalten. Und eben so verschieden, wie Gestaltungsmöglichkeiten sind, sind auch die Preise, die man dafür zahlen muss. Die Spanne beginnt schon bei wenigen Cents. Von Straßenpunks abgekupfert und in die glitzernde Modewelt gebracht haben einige Fashionistas ihre Chucks oder Vans verziert, indem sie ihr Schuhwerk mit bunten Buttons verziert haben. Dahinter muss aber nicht zwangsweise die Präsentation einer politischen Gesinnung liegen, kann also auch einfach nur aus Stylegründen passieren. Verschiedenste (unpolitische) Buttons findet man sowohl in Modeläden für etwas mehr Geld, aber auch schon für ein paar Cents in Krimskrams-Läden. Funktioniert ähnlich gut mit kleinen Aufnähern oder Knöpfen und ist ein  simpler Weg, seinen Schuhen eine eigene Note zu verpassen.

Diversitile Sneaker Tuning: Bumble Bug High

Wer sich ein paar Jahre zurückerinnert, dem kommt vielleicht der Airbrush-Trend wieder in den Sinn. Mitte der 2000er-Jahre wurde auf alle möglichen Kleidungsstücke geairbrusht. Airbrush-Artists kamen plötzlich tausendfach auf und nahezu jeder Versandhandel oder HipHoppige-Klamottenladen beschäftigte einen mal mehr, mal weniger talentierten Typen, der einem die Kleidung verzieren konnte. Im besten Falle natürlich mit irgendetwas Persönlichem – die Mama, der eigene Spitzname, oder im schlimmsten Fall die eigene Visage. Dieser Trend machte auch vor der Sneaker-Verzierung nicht Halt. Problem dabei war jedoch: er wurde bis zur Endlosigkeit ausgeschlachtet. Manche Leute übertrieben den Airbrush-Look so dermaßen, dass man damit heute wohl eher als in der Zeit hängengeblieben wahrgenommen werden würde (Achtung: als Retro gilt erst nach ca. 10 Jahren). Alternativ wäre im Jahr 2012 jedoch ein schlichtes Airbrush auf den Sneakers denkbar: ein kleiner Schriftzug, ein kleines Bild. Bloß nicht zu auffällig oder zu bunt.

Der sicherste, beste, zugleich aber auch mit großem Abstand teuerste Weg, seine Schuhe zu costumizen bleibt jener über die Hersteller selbst. Viele der großen Sneaker-Produzenten bieten ein entsprechendes Angebot. Das Vorgehen ist bei allen relativ ähnlich. Auf Nike.de zum Beispiel kann man sich online unter dem Stichwort NIKEiD seine eigenen Traumsneakers zusammenbasteln. Mehr als 70 verschiedene Modelle aus Running-, Basketball- oder Fußballschuhen können hier ausgewählt und nach eigenem Belieben designt werden. Die einzelnen Elemente des Schuhs lassen sich hier einfach anklicken und je nach Fasson einfärben. Zwar ist die Anzahl der Farben begrenzt und auch eigene Mischungen oder Muster sind nicht drin, dafür kann man aber vereinzelt sogar zwischen verschiedenen Materialien wählen. Anschließend kann für die Ferse eine sogenannte „Fersen-iD“ gewählt werden: ein Wort, eine Buchstaben- oder Zahlenkombination die sich jeweils an der Ferse des Schuhs befindet – fertig. Die Preise sind dabei sogar überraschend human – der von uns getestete All Black-Air Max würde für 170 Euro erhältlich sein. Sehr viel weniger kosten die Air Max aus dem Regal sonst auch nicht.

Vergleichbare Angebote bieten bspw. Adidas mit „miAdidas“ (mit unzähligen Möglichkeiten bei Material- und Farbwahl), New Balance, bei denen man auf der US-Webseite die Klassikermodelle nach eigenem Belieben cosumizen kann oder – wer auch abseits der sportlichen Modelle nicht auf eigene Kreationen verzichten will – bei Timberland (farblich markante Timbs in anderen Farben als im gewohnten Beige kommen verdammt gut!). Insofern, ihr müsst keine großen Künstler mehr sein um eurem Schuhwerk einen persönlichen Touch zu geben. In den Armen der großen Konzerne könnt ihr schon längst fündig werden. Insofern – lasst euch drücken!

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