All hail the Pump – Reebok Pump, Underdog mit Stil

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Klassikersneakers gibt es einige, aber nur wenige vereinen Look, Funktionalität und vor allem Exklusivität so gut, wie die Reebok Pumps. Ihr größter Nachteil ist zugleich ihr größter Trumpf: Der Bekanntheitsgrad. Während sie bei ihrem ersten Release 1989 vor allem bei US-amerikanischen Sneakersfans durchaus präsent waren, konnten sie in der Folge nicht ein so großes Thema wie Chucks, Stan Smiths oder Dunks werden. Ganz offensichtlich sind sie dazu verdammt, der ewige Geheimtipp, der Underdog zu bleiben.

1989

Ein Werbespot mit NBA-Star Dominique Wilkins flimmert über die Bildschirme der heimischen Fernsehgeräte in den USA und sorgt mit einem Affront gegen einen gewissen Michael Jordan, der gerade erst mit seinem Air Jordan den Markt aufgerollt hat, für Aufsehen. „Pump in and Air out!“ lautet Wilkins‘ Devise und schon bald sollte jeder wissen, was es mit diesem mysteriös-doppeldeutigen Spruch auf sich hat. Mit dem Pumpsystem stellte Reebok nämlich 1989 erstmals eine aufsehenerregende Technik vor, die Fans rund um die Welt bis heute begeistert. Über einen kleinen, in der Schuhzunge integrierten Basketball, lassen sich in der Schuhsohle befindliche Luftpolster aufpumpen. So kann der Schuh je nach Bedarf beim Härtegrad angepasst werden und ermöglicht bestmögliche Bewegungsfreiheit und Sprungfähigkeit. Eine kleine Revolution der Sneakerwelt!

1991

Boston Celtics-Spieler DeCovan Kadell „Dee“ Brown macht die Zuschauer des NBA Dunking-Contests mit diesem No-Look Dunk sprachlos. Noch heute ist die Szene eine der All-Time-Highlights eines jeden Basketball-Fans und versetzt ganze Generationen ins Staunen. Den Sneaker-Liebhabern unter den Fans wird zudem auch nicht entgangen sein, welche Kicks Brown bei seinem Weltklasse-Dunk trug: Ein paar klassisch-schwarze Omni Lite Pumps, die er vor seinem entscheidenden Sprung ganz lässig aufpumpte, nur um dann das Meisterwerk seiner Karriere zu vollführen. Gibt es einen besseren Beweis für die Qualität eines Schuhs?

2000

Die Jahre rund um die Jahrtausendwende waren keine guten für den Reebok Pump. Während sich etwa die Air Forces durch geschicktes Marketing, hochdotierte Endorsements und ausreichend Support durch zahlreiche Musiker mehr und mehr zu echten Must-Have-Produkten entwickelten, blieb der Reebok Pump irgendwie auf der Strecke. Von Kennern wurde er zwar nach wie vor geschätzt, allerdings fand sein vergleichsweise antiquiertes Design im Vergleich zu modernen Jordans immer weniger Anklang. Ob die Schuld nun ausgerechnet beim Hersteller Reebok oder doch beim mangelnden Rückhalt der Fans und potentiellen Käufer zu suchen ist, ist schwer zu sagen. Fakt ist – um das Jahr 2000 herum waren die Pumps nahezu tot. Nicht selten bekam man, wenn in dieser Zeit über die Kicks zu referieren begann, ein ungläubiges „Reebok WAS?“ entgegengeschleudert.

2013

Umso erstaunlicher ist, wie sich das Produkt Reebok Pump seine eigene Nische trotz allem Gegenwind bewahren konnte. So sind die Sneakers bis heute der absolute Geheimtipp und einer DER Favoriten echter Schuh-Fachgusti geworden. Dieser Fakt, der gerade in den letzten drei, vier Jahren immer offensichtlicher geworden ist, ist auch Hersteller Reebok nicht entgangen. Dementsprechend hat das britische Label auch verstärkt Retro Modelle und Special Editions auf den Markt gebracht. Gerade diese traditionellen Stücke sowie die klassischen Omni Lites sind nach wie vor die erste Wahl, wenn es an den Kauf von einem frischen Paar Pumps geht. Die Pump-Technologie wurde zudem von Reebok konsequent weiterentwickelt und kam zunehmend in Sportschuhen außerhalb des ursprünglichen Basketball-Segments zum Einsatz. Das Ergebnis waren interessante Tennis- oder gar Baseballschuhe mit der patentierten Ausnahme-Technologie. Von den traditionellen Pumps wurden indessen Kollabos mit Rapper Kid Cudi (Reebok Pump X Orchard Street) und goldene – ja, richtig – GOLDENE Pump X Audet-Kollabo Kicks veröffentlicht, die sogar wieder einen kleinen Hype um die Schuhe mit dem Pumpsystem schaffen konnten. Wer hier noch etwas von „Der Reebok Pump ist tot“ faselt, der hat es nicht verstanden. On to the next one!

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